Giftpflanzen vor Ort

Der beste Ort Giftpfllanzen zu bestaunen, ist die Natur selbst. Andererseits ist nicht jede Giftpflanze in jeder Region vertreten. So ist etwa die Tollkirsche (Atropa belladonna) auf Kalkboden angewiesen, den der Besenginster (Cytisus scoparius) wiederum meidet. Auch ist es nicht jedermanns Sache mühsam die Natur zu durchforsten, um dann doch nicht der gewünschten Pflanze zu begegnen.

Dekoration


Die eine oder andere Giftpflanze wird Ihnen schon in Nachbars Garten aufgefallen sein, insbesondere Blauer Eisenhut (Aconitum napellus), Christrose (Helleborus niger) und Goldregen (Laburnum anagyroides) sind Kandidaten hierfür. Die einfachste und zumeist auch erfolgreichste Möglichkeit Giftpflanzen vor Ort zu erleben, ist der Besuch eines Botanischen Gartens. Auch ich habe diese Möglichkeit reichlich genutzt und möchte Ihnen im folgenden ein paar Botanische Gärten vorstellen, die ich selbst schon besichtigt habe:

Berlin Mein Besuch im Botanischen Garten Berlin liegt zugegebenermaßen schon einige Jahre zurück. Ein Bereich des Gartens ist den Giftpflanzen vorbehalten, doch auch im übrigen Gelände wird man der einen oder anderen Giftpflanze begegnen. Besonders sehenswert sind die gigantischen Gewächshäuser, die den Besucher nicht nur klimatisch in die Tropen versetzen. Allerdings einer von wenigen Botanischen Gärten, die Eintritt verlangen.
Botanischer Garten und botanisches Museum Berlin-Dahlem
Bielefeld In Nachbarschaft zu den bekannten Backpulverfabriken befindet sich in einer Hanglage der sogenannte Botanische Garten Bielefeld, denn eigentich handelt es sich mehr um einen Park mit Namensschildern, welche zudem nicht immer korrekt sind (beispielsweise wurde eine Winterlinde als Sommerlinde tituliert). Als sehr eigenwillig kann die Anordnung von Pflanzen nach deutschen Namen bezeichnet werden: So findet man Bärwurz, Bärentraube, Bärenklau und noch ein paar andere Gewächse in unmittelbarer Nachbarschaft. Wer von einem botanischen Garten mehr erwartet als Schaueffekte, findet lediglich in der Wulfenie (Wulfenia carinthiaca) einen Leckerbissen. Nichtsdestotrotz ist die Anlage für Besucher der Region durchaus sehenswert. Nur zuviel Benzin sollte man dafür nicht investieren.
Botanischer Garten Bielefeld
Bochum Der Botanische Garten Bochum befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Ruhr-Universität. Die Beflanzung wurde weitestgehend nach geographischen Gesichtspunkten angelegt. Ein relativ kleines Areal wurde mit »Inhaltsstoffe« ausgeschildert. Dort sind auch ein paar Giftpflanzen zu finden. Der Bochumer Botanische Garten ist abwechslungsreich und attraktiv bepflanzt; das gezielte Suchen nach einer bestimmten Pflanze gestaltet sich mitunter aber recht schwierig. Die Gewächshäuser sollten eigentlich bis 17:00 Uhr geöffnet sein, doch lediglich das Tropenhaus konnte bis zu dieser Uhrzeit noch besucht werden. Eine besondere Attraktion ist der integrierte Chinesische Garten, ein einen Teich umschließendes offenes Gebäude mit fernöstlicher Bepflanzung.
Bochumer Botanischer Garten
Bonn Im Bonner Botanischen Garten gibt es eine Arzneipflanzenabteilung, der neben Giftgewächsen auch andere Kräuter angehören. Die Gewächshäuser sind schnell durchwandert. Eine besondere Attraktion in Bonn ist aber die auf Sumatra beheimatete Titanenwurz (Amorphophallus titanum), die alle paar Jahre ihre 2 Meter hohe Blüte zeigt; die größte bekannte Blüte. Seit 2006 ist der Botanische Garten an Sonn- und Feiertagen nur noch gegen Eintritt zu betreten. Dies ist grundsätzlich auch nicht zu beanstanden. Allerdings ist der Grund hierfür, daß die Universität Bonn nicht mehr die Kosten für den Wach- und Schließdienst aufbringen kann und die Stadt Bonn es nicht will, obwohl der Garten jährlich 150.000 wissbegierige Besucher anzog. Ein Blick auf das Theater- und Musikangebot Bonns zeigt, daß man auf diesem Gebiet weniger geizig ist. Schließlich will man die braungelben Heuschrecken, die dort ihre ach so knappe Freizeit verbringen, nicht mit kostendeckenden Eintrittspreisen verärgern. Dies könnte die verdeckten Zuwendungen an die Protagonisten der Spreebogen-Mafia doch erheblich schmälern - und da muß der Bildungsauftrag schonmal zurückstehen.
Botanisches Institut und Botanischer Garten
Darmstadt Das Arboretum (bewaldeter Teil) des Darmstädter Botanischen Gartens ist für meinen Geschmack zu großzügig angelegt. Die systematische Abteilung wurde liebevoll in die Landschaft integriert, ist aber zu klein geraten. Die wenigen Giftpflanzen wurden in die zweite Reihe verfrachtet oder aber mit einem übergroßen roten Warnschild versehen. Aufmerksamkeit verdient die Kakteensammlung.
Botanischer Garten der Technischen Universität Darmstadt
Dortmund Der sogenannte Botanische Garten Dortmund liegt im Romberg-Park, einem Erholungsgebiet der Stadt Dortmund. Entsprechend ist er stark von Persönlichkeiten frequentiert, die glauben in bunten Trainingsklamotten ihrem Herzinfarkt davon rennen zu können. Der botanisch interessante Teil befindet sich in und um einen Gewächshauskomplex. Schaugärten präsentieren weitestgehend Moor und Heide; ein Heilpflanzengarten zeichnet sich durch falsche Beschilderungen aus und viele fremdländische Gewächse findet man mittlerweile auch in Privatgärten, etwa die Araukarie. Sicher haben auch solche Anlagen ihre Existenzberechtigung, aber die Bezeichnung »Botanischer Garten« ist irreführend. Eher handelt es sich um einen botanischen Lehrpark.
Botanischer Garten Dortmund
Düsseldorf Das Prunkstück des Düsseldorfer Botanischen Gartens sind zweifelsohne die Feuchtbiotope. Durch enge Pfade gehend und von Libellen umschwärmt erhält man einen realistischen Eindruck vom natürlichen Standort der Pflanzen. Mancher Pfad durch die Mooranlage ist dabei so wackelig, daß man befürchten muß erst in ein paar tausend Jahren als Moor-Ötzi wieder das Licht der Welt zu erblicken. Das avantgardistische Gewächshaus ist angenehm hell, wenn auch von der bepflanzten Fläche etwas klein geraten. Die systematische Abteilung ist über den ganzen Garten verteilt, jedoch mit limitierter Artenzahl und oft eigenwilliger Auswahl. Ein eigenes Beet ist mit stark bedrohten oder in der Natur bereits ausgestorbenen Gewächsen bepflanzt.
Botanischer Garten der Universität Düsseldorf
Duisburg Duisburg kann gleich zwei Botanische Gärten vorweisen, einen im Stadtteil Hamborn und einen am Kaiserberg, unweit des Hauptbahnhofes.
Gewächshäuser gibt es nur in Hamborn. Bepflanzt sind sie überwiegend mit Pflanzen, die wir schon vom Fensterbrett her kennen sowie mit diversen Bananenstauden. Die Freilandbepflanzungen sind in beiden Gärten hübsch anzusehen, aber ohne echte Leckerbissen für Freunde botanischer Raritäten.
Botanische Gärten Duisburg
Essen Der Essener Botanische Garten ist in den Gruga-Park integriert, insofern ist auch hier eine Eintrittskarte zu lösen. Die Bepflanzung ist sehr auf Ziersträucher, insbesondere Rhododendren fixiert. Maiglöckchen und Fingerhut sind in einem Kräutergarten zu finden. Die Gewächshäuser werden auch während der Besuchszeit beregnet, insofern bekommt man nicht ganz freiwillig ein echtes Regenwaldgefühl vermittelt. Einem Vergleich mit dem Palmengarten in Frankfurt halten die Gewächshäuser indes nicht stand. Auch sonst kommen Pflanzenkundler nicht so sehr auf ihre Kosten. Der Park soll wohl eher eine Vorausschau ins Paradies bieten und läßt sich somit treffender als eine Art vorletzter Ruhestätte bezeichnen.
Essener Botanischer Garten im Gruga-Park
Frankfurt/Main Der Frankfurter Palmengarten ist im eigentlichen Sinne kein Botanischer Garten sondern eher ein tropischer Schaugarten, entsprechend ist beim Betreten auch ein Obolus fällig. Giftpflanzen befinden sich eher zufällig auf dem Terrain. Gewächshäuser sind in großer Anzahl und mit großer Fläche vorhanden und zeigen wohlgeordnet viele Exoten. Ärgerlich für Photographen (insbesondere für die Freunde von Carnivorien) ist, daß manche Pflanze nur durch eine Glasscheibe und aus größerer Entfernung zu bewundern ist. Zudem ist jede zweite Tür mit einem Schild »Kein Zutritt« versehen.
Palmengarten
Frankfurt/Main Unweit des Palmengartens befindet sich der Botanische Garten Frankfurt. Besucher verlieren sich nur ausnahmsweise dorthin, denn großen Wert auf Schaueffekte legt man nicht. Eher möchte man ungehindert und unbemerkt seiner Arbeit nachgehen. Dennoch hat auch der Botanische Garten einiges an Giftpflanzen zu bieten. Ein Besuch nach dem Rundgang im Palmengarten lohnt sich allemal. Verlassen Sie hierzu den Palmengarten durch den Nebeneingang (am Kiosk vorbei) und gehen Sie links die Straße hoch.
Botanischer Garten Frankfurt
Freiburg Der Botanische Garten der Universität Freiburg zeichnet sich durch einen prachtvollen Baumbestand aus. Ebenso findet man im Freiland Pflanzen, die anderenorts nur im Gewächshaus oder in Kübelkultur zu bewundern sind, etwa die Zimmeraralie (Fatsia japonica). Einige Raritäten kann man auch im Steingarten bewundern. In der systematischen Abteilung muß ein Beet für eine ganze Ordnung herhalten, so daß die Artenvielfalt stark eingeschränkt ist. Zumeist wird eine Familie nur durch eine Art vertreten. Platz zum Ausbau der systematischen Abteilung wäre vorhanden, denn der Rasen zwischen den einzelnen Beeten dient hauptsächlich als Liegewiese für die Campus-Schönheiten. Die Gewächshäuser sind nur drei Tage in der Woche für jeweils zwei Stunden geöffnet, aber allemal einen Besuch wert.
Botanischer Garten der Universität Freiburg
Gießen

Der Gießener Botanische Garten verfügt über eine ausgeprägte Giftpflanzenabteilung. Die Gewächshäuser sind leider nur sporadisch geöffnet, jedoch ließ mich ein freundlicher Mitarbeiter zu später Stunde einen Blick auf die blühende Victoria-Seerose (Victoria amazonica) werfen.

Botanischer Garten Gießen

Göttingen Der Alte Botanische Garten Göttingen liegt mitten im Stadtzentrum und ist auch stark von Besuchern frequentiert. Er zeichnete sich durch eine große systematische Abteilung und eine geschmackvolle Gestaltung von Alpinum, Sumpfbereich, Heilpflanzenabteilung etc. aus. Von den Gewächshäusern beeindruckt insbesondere das historische Farnhaus. Leider entfernt man zur Zeit, die nach Aussage der Verantwortlichen langweilige Ansammlung von Pflanzen (gemeint ist die systematische Abteilung), um dort Teiche anzulegen und Bänke aufzustellen. Stellt sich die Frage, ob ein Botanischer Garten dazu da ist, Interessierten die Pflanzenwelt näher zu bringen oder ob er eher auf Schaueffekte abzielen soll, um so das typische Publikum Zoologischer Gärten, mit seinen arttypischen »oooh«, »iiiihh« oder »iggitt« Grunzlauten anzulocken.
Alter Botanischer Garten Göttingen
Göttingen Neuer Botanischer Garten und Forstbotanischer Garten Göttingen liegen im Norden der Stadt, in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander und zeichnen sich jeweils durch einen verschwenderischen Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Platz aus. Teilweise hat man den Eindruck auf einer Bauschuttdeponie gelandet zu sein. Als gelungen kann man allein das in einen Kalk- und einen Silikatbereich unterteilte Alpinum sowie die Teichanlage bezeichnen. Im Gegensatz zum sonstigen Konzept, ist die Heilpflanzenabteilung sehr kompakt gehalten, obwohl an drei Seiten von Brachland umgeben. Das Flair des Alten Botanischen Gartens können beide Anlagen nicht vermittel. Vielleicht deshalb ist auch quasi kein Publikumsverkehr zu verzeichnen.
Neuer Botanischer Garten Göttingen
Hamburg Der Botanische Garten Hamburg weist eine Besonderheit auf: Die Schaugewächshäuser sind in der Innenstadt einem Park mit dem Namen »Planten un Bloomen« angegliedert und bieten auch die eine oder andere botanische Raraität an. Das Freigelände des Botanischen Gartens befindet sich hingegen in Klein Flottbek, einen Tagesmarsch von den Gewächshäusern entfernt. Es zeichnet sich durch eine phantasievolle und authentische landschaftliche Gestaltung aus: So kann man Pflanzen in engen Schluchten, aber auch an schmalen Gebirgspfaden bewundern. Eine Giftpflanzen-Abteilung zeigt hingegen nur die allerwichtigsten Arten. Auch sonst hinkt die Bepflanzung qualitativ und quantitativ der landschaftlichen Gestaltung hinterher. Vieles wiederholt sich und botanische Leckerbissen sind eher selten, auch wenn man offensichtlich bestrebt ist, in Klein Flottbek den größten Andentannen-Bestand (Araucaria araucana) der nördlichen Hemisphäre zu etablieren.
Botanischer Garten der Universität Hamburg
Hannover Unter Herrenhäuser Gärten verstehen die Betreiber Regenwaldhaus, Berggarten, Großer Garten und Georgengarten. Beim Georgengarten handelt es sich um eine öffentliche Parkanlage, die übrigen drei Angebote sind nur gegen Eintrittsentgelt zugänglich. Im Regenwaldhaus versucht man mit aufwendiger Technik, die den sehr hohen Eintrittspreis zumindestens erklärt, den Besucher in die Welt des Amazonas zu versetzen, wobei er über Kopfhörer mit Urwaldlärm und Kommentaren versorgt wird. Botanische Interessierte kommen da nicht ganz auf ihre Kosten. Insofern kann man es verschmerzen, daß das Gebäude zu einem Aquarium umbebaut wird. Im Stile eines klassischen Botanischen Gartens, allerdings ohne systematische Abteilung, ist der Berggarten angelegt. Gewächshäuser sind ebenso vorhanden, wie ein Arboretum oder Feuchtbiotop. Der Große Garten trägt seinen Namen zurecht, hat dem Pflanzenkundler, außer einer umfangreichen Brugmansien-Sammlung, aber kaum etwas zu bieten. Die streng geometrisch angelegten, von meterhohen Hainbuchenzäunen umgebenen Beete entsprechen eher den Vorstellungen von Madame Pompadour. So dürfte der Großen Garten bevorzugt Ewiggestrige anziehen, die in schwere Depressionen verfallen, wenn mal wieder ein adeliges Schneewittchen versuchen sollte, mit dem Auto durch die Wand zu wollen.
Herrenhäuser Gärten Hannover
Heidelberg Der nördlich des Neckars im Neuenheimer Feld gelegene Heidelberger Botanische Garten ist eingequetscht zwischen diversen Kliniken und dem Deutschen Krebsforschungszentrum. Seine Größe ist der Bedeutung der Heidelberger Universität in keinster Weise angemessen. Selbst kleine Hochschulen, wie etwa Osnabrück, verfügen über einen größeren Botanischen Garten als Heidelberg. Das Arboretum macht dennoch einen aufgeräumten Eindruck. Die systematische Abteilung ist übersichtlich gegliedert, aber sehr kompakt. Viele Besucher wird der Botanische Garten nicht aus der Heidelberger Altstadt abziehen.
Botanischer Garten der Universität Heidelberg
Karlsruhe Wer den städtischen Hinweistafeln folgt, um in den Botanischen Garten zu gelangen, wird fehlgeleitet. Er gelangt zu einem Beet im Schloßgarten, das mit einigen Zierpflanzen beflanzt ist und hinter dem ein Gewächshaus steht, in welchem man für mehrere Euro Eintritt eine Kakteensammlung bewundern kann, die kaum mehr zu bieten hat, als die Gewächshäuser eines Gartenbaumarktes.
Der Botanische Garten der Universität Karlsruhe befindet sich hingegen östlich des Universitätsgeländes. Er dürfte kaum größer sein als der Privatgarten des Institutsleiter resp der gleichrangiger Silberrücken. Dem Besucher ist nur das Freigelände zugänglich. Entsprechend konnte ich bei meiner Visite nur eine Gartenfachkraft und zwei Personen, die ihr Anweisungen gaben, bemerken. Ausgefallene Bepflanzungen sind angesichts der Winzigkeit der Anlage kaum zu erwarten. Die Fläche der Anlage ließe sich mit wenig Aufwand in südliche Richtung verdoppeln, doch scheint man in Karlsruhe andere Prioritäten zu setzen.
Botanischer Garten der Universität Karlsruhe
Kiel Prunkstück des Kieler Botanischen Gartens ist das Alpinum. Hier werden zahlreiche Gebirgspflanzen, getrennt nach Herkunftsregion bzw. bevorzugter Gesteinsart, vorgestellt. Auch die sytematische Abteilung ist abwechslungsreich bepflanzt und beherbergt doch die eine oder andere Rarität. Wer sich mehr für Sumpf- oder Wasserpflanzen, Heilkräuter oder Gewächse für schattige Plätze interessiert, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Die Gewächshäuser können in einem Rundgang durchwandert werden und bieten eine Vielzahl an exotischen Pflanzen, übersichtlich sortiert nach klimatischen und geographischen Regionen. Im Innenhof des Gewächshaus-Komplexes können mediterrane Arten in Kübelhaltung bewundert werden.
Botanischer Garten der Universität Kiel
Köln Die Kölner Flora macht eher den Eindruck eines Rummelplatzes mit exotischen Pflanzen. Gegenüber des Kölner Zoos gelegen, ist sie auch aufgrund eines vorhandenen Kinderspielplatzes ein beliebter Treffpunkt der Kölner. Doch die Botanik kommt ebenfalls nicht zu kurz. Neben einer artenreichen Giftpflanzenabteilung, können auch Exoten in den Gewächshäusern besichtigt werden.
Flora und Botanischer Garten
Köln Der Forstbotanische Garten ist im Kölner Stadtteil Rodenkirchen angesiedelt. Er beschränkt sich weitestgehend auf die Präsentation fremdländischer Bäume, ergänzt durch ein paar Rhododendren, Bambusstauden und Pfingstrosen. Unterholzbewuchs ist naturgemäß vorhanden, jedoch nicht in das Konzept des forstbotanischen Garten integriert. Schon gar nicht ist an eine Präsentation des Unterholzbewuchses nach verschiedenen Boden- und Waldtypen zu denken. Der Besuch eines Arboretums in einem echten botanischen Garten ist da wesentlich lehrreicher, auch wenn man auf handzahme Pfaue verzichten muß.
Forstbotanischer Garten
Krefeld Der Krefelder Botanische Garten liegt in einem aufgeräumten Park, macht selbst aber einen weniger aufgeräumten Eindruck. Lediglich die systematische Abteilung verdient eine gewisse Beachtung. Außerhalb dieser Abteilung sollte man keiner Beschilderung trauen. Die Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum) etwa, habe ich an ca. zwanzig verschiedenen Stellen gefunden und mit zwanzig verschiedenen Beschilderungen, jedoch niemals mit der korrekten Angabe. Giftpflanzen- und Heilpflanzen-Abteilung sind winzig gehalten.
Botanischer Garten Krefeld
Bad Laasphe Durch ein besonderes Gefriertrocknungsverfahren sollen Pilzexponate schonend konserviert worden sein, so verspricht es das Pilzmuseum Bad Laasphe. Diese schonende Konservierungsmethode überzeugte mich beim Besuch des im Dachgeschoss des Bürgerhauses einquartierten Museums indes nicht. Die Pilze waren auch nicht besser erhalten als die Waldpilzmischung aus dem Supermarkt. Wichtige Arten, etwa der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides), waren nur in Form einer Graphik vertreten, was auch nicht verwundert, denn die Flora und Fauna der ganzen Region zeichnet sich zwar durch Individuenreichtum aber Artenarmut aus, was einerseits durch das subarktische Klima und andererseits durch einen Haubergswirtschaft genannten Waldfrevel bedingt ist.
Pilzkundliches Museum
Mainz Das Alpinum des einzigen Botanischen Garten in Rheinland-Pfalz ist geschmackvoll angelegt und präsentiert sich publikumswirksam. Die Gewächshäuser zeichnen sich durch eine geschmacklose Aneinanderreihung von Topfpflanzen aus, und das Freigelände um die Gewächshäuser erweckt den Eindruck, als ob vor drei Tagen gerade der Elferrat durchgetrampelt ist. Ansonsten ist der Botanische Garten großzügig angelegt und zeichnet sich durch einen großen Artenreichtum und eine vorbildliche systematische Abteilung aus.
Botanischer Garten der Universität Mainz
Mannheim Der Mannheimer Luisenpark ist ein Überbleibsel der Bundesgartenschau von 1975 und befindet sich am Fernsehturm. Das Betreten ist kostenpflichtig. Herzstück des Park ist ein See, um den die gesamten Bepflanzungen angeordnet sind. Zur Zeit ist man bestrebt einen Heilpflanzengarten zu gestalten, wobei anhand der bisher vorgenommenen Bepflanzung anzunehmen ist, daß man sich auf Arzneipflanzen mit rezeptfreien Wirkstoffen beschränkt. Die Bepflanzung der Gewächshäuser ist wohlüberlegt und übersichtlich, etwas störend sind jedoch die integrierten Tiergehege. So muß man beim Besichtigen des Sukkulentenhauses sowohl den Gestank der dort angesiedelten Mangusten als auch den Besucherlärm eines Kiosks ertragen. Eine räumliche Trennung von botanischen und zoologischen Anlagen resp. von Pflanzen- und Zoofreunden wäre wünschenswert. Ein Besuch des Parks ist aber dennoch unbedingt zu empfehlen.
Luisenpark Mannheim
Marburg Außerhalb der Stadt auf den Lahnbergen gelegen, mußte sich der Garten erst langsam bei der Bevölkerung etablieren. Mittlerweile ist zumindest an Feiertagen ein reger Zuspruch zu beobachten. Ob dies daran liegt, daß seit Mai 2005 Eintritt verlangt wird, vermag ich nicht zu sagen. Bei der Gestaltung man sich wirklich Mühe gegeben auch optisch allen Ansprüchen gerecht zu werden. Insbesondere das Arboretum wirkt aufgeräumter als in anderen Botanischen Gärten und läßt die unterschiedlichen Landschaftstypen, die nachempfunden werden sollen, klar erkennen. Die Treibhäuser wirken teils überladen; offensichtlich herrscht hier akuter Platzmangel.
Botanischer Garten der Universität Marburg
Mönchengladbach Der Botanische Garten in Mönchengladbach liegt innerhalb eines großen bewaldeten Parks, der auch den sogenannten Bunten Garten, eine Ansammlung von Blumenbeeten, beherbergt. Im eigentlichen Botanischen Garten befindet sich eine Giftpflanzen- und eine Heilpflanzen-Abteilung, wobei erstere nur eine begrenzte Auswahl an Giftpflanzen zu bieten hat. Gelungen sind Steingarten und Gräserabteilung. Das Arboretum ist nach meinem Geschmack zu sehr mit Rhododendren überfrachtet. Die Voliere hätte man besser an die Firma Wiesenhof verkauft.
Botanischer Garten Mönchengladbach
München Der Botanische Garten in München befindet sich rund um das Nymphenburger Schloss. Beim Betreten ist eine Eintrittskarte zu lösen. Die Gewächshäuser sind teilweise riesig dimensioniert, so daß man viele Pflanzen in einer Größe bewundern kann, die ungewöhnlich für Gewächshauspflanzen ist (z. B. Euphorbia tirucalli). Neben den Gewächshäusern befindet sich die systematische Abteilung, die durchaus Standardansprüchen genügt. Alpinum und Sumpfpflanzenabteilung verstecken sich hingegen am anderen Ende der Anlage und verlangen dem Besucher einen Spaziergang durch das großflächige Arboretum ab.
Botanischer Garten München-Nymphenburg
Münster/Westfalen Münsters Botanischer Garten ist geprägt durch einen großen bewaldeten Teil (Arboretum). Die Gewächshäuser sind teilweise liebevoll angelegt und vermitteln dem Besucher, der über Holzstege schreitend die Flora beobachten kann, einen Einblick in die tropische Pflanzenwelt. Auch Giftpflanzen sind zahlreich vertreten.
Botanischer Garten der Universität Münster
Osnabrück Angeregt von einer liebevollen Präsentation des Osnabrücker Botanischen Gartens im Datennetz, entschloß ich mich zu einem Besuch der Anlage. Den Planern gelang es mit viel Geschick eine abwechslungsreiche Landschaft auf begrenztem Raum unterzubringen. Hügelige Landschaften mit einem verwirrenden Wegenetz lassen den Botanischen Garten größer wirken als er ist. Die Pflanzen sind nach Landfschaftsformen und geographischer Herkunft geordnet. Eine systematische Abteilung ist nicht vorhanden. Im Tropenhaus können neben Tropenpflanzen auch exotische Schmetterlinge beobachtet werden. Ansonsten ist nur noch ein kleines Thementreibhaus dem Publikum zugänglich.
Botanischer Garten der Universität Osnabrück
Seligenstadt/Main Seligenstadt, zwischen Hanau und Aschaffenburg direkt am Main gelegen, besitzt einen Klostergarten, der neben einem groß angelegten Nutzpflanzenteil auch einen Bereich für Giftpflanzen und einen für Heilpflanzen vorzuweisen hat. Obwohl inzwischen nicht mehr von Benediktinermönchen sondern vom städtischen Gartenbauamt verwaltet, ist der Garten mit viel Liebe zum Detail angelegt. Die malerische Innenstadt ist in jedem Falle auch einen Besuch wert.
www.seligenstadt.de
Solingen Hinter der Bezeichnung »Botanischer Garten Solingen« verbirgt sich eine schön angelegter Schaugarten, der als Erholungsgebiet gern angenommen wird, aber sonst von vernachlässigbarem Nutzen ist. Einem Protestplakat konnte ich entnehmen, daß man offensichtlich darüber nachdenkt, den Botanischen Garten zu schließen. Ich habe da durchaus Verständnis mit den Stadtkämmerer, denn eine Stadt deren Hauptbahnhof verwahrloster ist als der Skilift von Timbuktu, hat wahrlich andere Probleme. Die Bewohner Solingens finden in Düsseldorf eine Botanischen Garten in ihrer Nähe, der diesen Namen auch zurecht trägt und mehr zu bieten hat als Blumenrabatten und überdimensionierte Gartenteiche.  
Botanischer Garten Solingen
Stuttgart Mit seinen fast 15 Hektar Fläche ist der Botanische Garten in Stuttgart Hohenheim eine der größten Anlagen. Allerdings fallen die Hauptflächenanteile auf den sogenannten Landschaftsgarten und auf den Exotischen Garten, wohinter sich nichts anderes als ein Arboretum versteckt. Integriert sind ferner ein Weinberg und eine Schafweide. Die systematische Abteilung ist von der Fläche und der Artenzahl eher klein gehalten. Daneben existiert noch ein Arzneipflanzengarten. Die Gewächshäuser sind dem Publikumsverkehr nicht zugänglich. Ingesamt übersteigt der Erholungswert des Gartens den Informationswert.
Botanischer Garten Stuttgart-Hohenheim
Stuttgart Beim Betreten der Wilhelma sind über 10 Euro Eintritt zu entrichten. Direkt am Haupteingang befindet sich die größte Anzahl der Gewächshäuser. Insbesondere bei Regenwetter wird  man von nachrückenden Besuchermassen, die es kaum erwarten können zu ihrem geliebten Viehzeug zu gelangen, durch die Gänge geschoben. Andererseits ist die Bepflanzung der Häuser überfrachtet und unübersichtlich; auch sind die Pflanzen nur sporadisch mit Schildern ausgezeichnet.  Ein ganzes Treibhaus ist sogar ausschließlich mit Fuchsien bepflanzt. Etwas aufgeräumter wirkt das Amazonienhaus, wo man auch die aus Sumatra stammende Titanenwurz (Amorphophallus titanum) besichtigen kann. Die Außenanlagen sind für Botanikfreunde ebenfalls kein Leckerbissen, auch wenn über einzelne Pflanzen (etwa Gunnera spec.) weitergehende Informationen gegeben werden. Schaueffekte, etwa kugelförmig zugeschnittene Kornelkirschen (Cornus mas) prägen hier das Bild. Eine Arznei - oder Nutzpflanzenabteilung sucht man ebenso vergeblich wie ein Alpinum oder gar eine Moor- und Sumpfpflanzenlandschaft. Bäume stehen genug herum, jedoch wird in keinster Weise auf den Unterwuchs, etwa bei Kalkbuchenwälder eingegangen. So ließe sich die Mängelliste beliebig fortführen. Letztendlich ist die Bezeichnung »Botanischer Garten« im Falle der Wilhelma Etikettenschwindel und dient offensichtlich nur dazu, die Eintrittspreise für das Affenpublikum zu subventionieren. Botanisch Interessierten kann daher nur empfohlen werden, sich in knapp 40 Minuten mit dem Zug nach Mannheim zu begeben, um dort den Luisenpark zu besuchen.
Zoologisch-botanischer Garten Wilhelma
Würzburg Im Botanischen Garten Würzburg verfolgt man offenbar das Konzept, sich auf wenige Pflanzenfamilien zu konzentrieren. Insbesondere die Kürbisgewächse  (Cucurbitaceae) scheinen es den Verantwortlichen angetan zu haben. Die Zahl der kultivierten Arten ist ansonsten im Vergleich zu anderen universitären Gärten eher gering. Dafür verfügt der Botanische Garten Würzburg über je einen vorbildlich angelegten Bauern- und Giftpflanzengarten. Von den Gewächshäusern ist leider nur ein Gebäude mit Kübelpflanzen mediteranen Ursprungs der Allgemeinheit zugänglich.
Botanischer Garten Würzburg
Wuppertal Der Botanische Garten Wuppertal liegt nicht etwa in Nachbarschaft zur Universität sondern in Nachbarschaft zu einem Krankenhaus. Entsprechend handelt es sich auch eher um einen Erholungspark, wie es etwa auch dem Konzept des Botanischen Gartens Dortmund entspricht. Bei der Bepflanzung hat man sich jedoch deutlich mehr Mühe gegeben als die Dortmunder Kollegen. Insofern sind auf einer wesentlich kleineren Fläche deutlich mehr Arten zu beobachten.
Botanischer Garten Wuppertal


Sollten Ihnen die Anzahl der aufgeführten Gärten nicht ausreichen, so können Sie über den folgenden Verweis eine umfangreiche Liste mit Botanischen Gärten aufrufen. Es ist sicherlich mehr als ein Lebenswerk, alle aufgeführten Anlagen zu besuchen: Liste botanischer Gärten

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